Verkünsteln tut man sich 

in Karlsruhe. Das ist ein eigenes Kapitel.

In Stuttgart ist die Kunst ein knalliges Business. Ein Knallbuntes Kaubonbon, an dem kann man sich laben (die Einheimischen) oder die Zähne ausbeißen (die Zugezogenen). 
Auch Frauen sind busy und immer emsig mit der Produktion beschäftigt (zwei ganze Kunsthäuser nur für Frauen!), dahinter aber auch mit sich selbst und allem was das Menschsein schwer macht, von der Wiege bis zur Bahre, Kunst ist meine Ware, mein Werk ist gebraut, kreiert, verkocht im Kessel. Mach! Mal! Neu!   
Die Not ist groß, mitunter (was so zwischen den Zeilen und Bildern hervorlugt). 
Hoch ist die Kunst gehängt. Hoch auch Preise. Aber gekauft wird, bepreist wird, ausgelobt wird, wo sonst ja kaum gelobt wird. 
Bei Besuch auch gerne in Besitznahme, bevor eine andere es kriegt! Kunst-Adel verpflichtet, passt es ins Sportcoupé oder müssen wir uns erst noch ein anderes Auto kaufen? 
So gehen Regeln und Rituale mit dem Kunstmarkt einher und treiben ihre Possen und Stilblüten. Einreichungen kosten, abgelehnt wird auch und so läuft der Kreislauf des Geldes überall mit. Und so geht immer was - wenn man der Szene angehört, ordentlich. Gemeinsam gründen, gemeinsam basteln, gemeinsam aufhängen, gemeinsam einheimsen, gemeinsam alt werden. Abdanken erst im Sarg. Nebebei im Kunstmarkt arbeiten und satt Geld verdienen und daran leiden. So ungefähr. Gemeinschaft in Vereinen, Gruppen, Gesellschaften. Gemeinsam ist man stark präsent und ungefährlich und bespielt die Häuser.

Draußen ist Szene. Street Art. Zum Beispiel
Kunst am Bau, Graffiti und Kunst als Gesamtkunstwerk Wagenhallen. Alles schön, alles gut.  Illegal unter Kontrolle. Legale Aufträge: liebliche Farben und fantasiereiche Tier- Blumen- Deko-Motive winden sich durch die gesamte Stadt, schmücken die Fassaden, eigens dafür vorgesehen, unübersprayed. Das Honorar wird "dem J." einige Dosen refinanzieren. Der Szene tut´s gut?  Oder verkauft und entblödet sich der Künstler für diese Märchenwelten? Die 7 Zwerge tauchen nicht auf, aber genau dieses Motiv wird dringend vermisst. Schneewittchen (s.u.) ist auf der Suche. 


 

Die Grün

hast du mir mal die Grün? Das kann man in Stuttgart West leider nur mit Nein beantworten. Erst ab der Höhenlage erhält man die Grün vor die Nase. Neulich gab es die Aufgabe, Bäume der nahen Wohnumgebung zu suchen, zu finden und im Stadtplan zu markieren. Klassiker wie: die Buche. Die Eiche. Die Birke. Die Kastanie. Die Linde. Den Ahorn und so weiter in der Art. 
Mir ist das nicht geglückt. Allenfalls eine Platane konnte ich finden. Aber das ist ja eigentlich gar kein Baum. Und zudem unbekannt. So wie die Gelb und die Grün wurde die Platane Plazenta, Pflaume, Placebo und Papaya bezeichnet. Alles völlig falsch!!!

Am Bahnhof hingegen findet man ihn, den echten deutschen Wald. Mit allen seinen Tieren.
 Er ist sogar beheizt.

Jetzt weiß ich es wirklich nicht mehr!

Mit viel Enthusiasmus wurden die folgenden Fotos aufgenommen. Ebenfalls am historischen Bhnhof zu Stuttgart. In Wahrheit ist es nur ein Foto. Nicht mehr nachzuvollziehen ist, was ist oben, was ist unten? Verdrehte, verrückte Welt!